seufz.

jeden morgen die gleiche frage: welchen sinn hat es denn nun eigentlich die beine ausm bett zu schwingen und den müden (und alten) körper hinterher? wozu hat die evolution dem menschen beigebracht auf zwei beinen zu stehen, wenn er die eh die hälfte des tages in angewinkelter form unter/ auf dem einen oder anderen tisch/stuhl in nahezu rechtem winkel angestrengt beisammen hält, und es letztlich doch im liegen am angenehmsten ist – gesetz dem fall mensch besitzt ne vernünftige matratze und keine hängematte? wieso geht jeden fucking morgen die sonne auf und wieso habe ich jeden morgen den miefigen stau vor meinem fenster? haben die alle kein zuhause oder ne datscha, auf der sie sich ausruhen wollen?

und wieso belästigen mich morgens um zehn im aldi scharen von berufsschülerInnen, die laut gackernd für den (wahrscheinlich) haushaltskundeunterricht ein mittagsmahl kochen sollen? die tomaten für den erträumten salat müssen natürlich persönlich angesprochen werden, erkundigungen über die befindlichkeiten werden eingeholt bevor die tomate im beutelchen platz findet, welches dann natürlich zufällig vor der kasse – huch. schrei. gacker. so eine aufregung. – reißt. ich habe kopfschmerzen. die berufsschülerInnen, denen heute nicht „gesunde“ zwangsernährung verordnet wurde, reihen sich in vor mir an der kasse mit bergen von schokokeksen, kinderschokolade und limo auf. (kiffen die alle zuviel?) ein bunter daiquiri aus camouflage, ohrschmalz und nagellackentferner. als schnecki vor mir mit blick auf den zeitungsständer begeistert ausruft: „oh, ne zeitung!“ entwischt mir ein: „du kannst doch gar nicht lesen.“ und ich wünschte mir, ich könnte die verkehrszählung vor meinem fenster fortsetzen.

aber was gibts denn eigentlich schöneres als brandenburg??

einerlei

merde.

schon fast drei wochen ists nun her dasz ich zurück in ~schland bin und ich musz mich wirklich redlich darum bemühen hier wieder fusz zu fassen.
wahrlich schockierender als ich es mir vorgestellt hatte, war mein selbstgewähltes kontrastprogramm „arbeiten aufm force attack“. dann doch lieber glotzende türken als punker im rudel. die konnte mensch sich wenigstens noch lächerlich trinken.

tee.teppiche.taksis.touris.

ah. die pest. die ganzen touris in dieser stadt. und dazu noch diese andauernde hitze. das schlechte bier. und die penetranten teppich- und sonstigen tourischrottverkaeufer.
ich bin anderseits noch nie von so vielen menschen einfach auf der strasze angequatscht worden mit den orten „welcome to turkey“. aeh. moment.
ja. der nationalstolz ist dann hier doch sehr ausgepraegt. an jedem noch so kleinen office und tourigebaeude aber auch an wohnhaeusern prangert die staatsflagge. damit mensch ja nicht vergiszt wo er ist. aber nachdem wir uns in aserbaidschan schon ueber den flaggenwahnsinn gewundert hatten ist nun klar wo die sich das abgeschaut haben. beim groszen bruderstaat.
thema abgeguckt: meine zweite station in der tuerkei. amasya. kam mir vor wie ne schlechte kopie von veliko turnovo in bulgarien. obwohl die haeuser hier „natuerlich“ ihren ottomanischen ursprung haben aber trotydem. war ich frustriert. und letztlich auch so fertig von meinem mindestens 25 kg schweren rucksack; wobei mir immer noch nicht klar ist wieso der so schwer ist und wie ich damt ins flugzeug komme; dasy ich den rest der orte an der schwarzmeerkueste gestrichen habe und nun seit donnerstag in diesem moloch abhaenge. istanbul. was die menschen nur immer mit dieser stadt haben und hatten wird mir auch nach fast einer woche aufenthalt ein raetsel bleiben. dit is mir allet viel zu westlich hier. obwohl mensch an einigen straszenstaenden russische kippen kaufen kann und ein ganzer stadtteil nur von russischen „natashas“ und klamottenkaeuferInnen bevoelkert wird.

einmal regen bitte.

paket ne nado.
nach dem ich die letzten tage schoen ın tiflis abgegammelt habe, gings dann am mittwoch abend mit dem nachtzug- der neuste den sie haben, von auszen komplett mit georgischen flaggen angemalt- auf richtung batumi. der abschied fiel mir echt verdammt schwer, denn ich habe tsira und boris und ihren relaxten hof extrem ins herz geschlossen.
aber nun ja. irgendwann muszte es ja mal sein.
die ankunft in batumi war viel zu frueh, irgendwann gegen 6 uhr. der bahnhof von batumı befindet sich in einem dorf ca. 3 km noerdlich gelegen, in dem ich mir dann auch gleich eine unterkunft gesucht habe, weil klar war, dasz es hier billiger ist. gleich am bahnhof gelegen und direkt am kieselstrand, ein ziımmer mit drei haengematten betten in einem kleinen seperaten haus gegenüber des wohnhauses der familie- vater und zwei kinder (18 und 21)- nebenan die küche, klohaeuschen mit meeresrauschen und freıluftdusche ausm wassertank. alles janz schoen runter gekommen, aber für 6 lari wollte ich nicht meckern. habe dann erstmal noch geschlafen und bin danach nach batumi gefahren, stadt angeschaut, strandpromenade und den hopa-basar. die stadt, ja ganz nett, aber vom hocker gerissen hats mich auch nicht. bıschen auszerhalb des zentrums dıe üblichen platten. im zentrum ein kleines magazın am anderen, alle verkaufen das gleiche, halt nur anders angeordnet. ansonsten ein frisör, eine spielhölle und eın wettbüro am anderen. zum langeweile totschlagen, die mensch hier auf jeden fall mehr als genug hat. wie aetzend!!!
ja, und die menschen, bıs darauf, dasz sie dort viel mehr russısch sprechen und verstehen, waren einfach nur provınziell und schon wieder sehr arg gleichgrimmig und gleichkaukasısch aussehend. gabs es ın tbilissi mehr als genug schöne frauen und maenner, hatten hier schon wieder alle den einheitslook und die eınheıtsmiene.
die hitze des tages habe ich abends mit mehreren ausgiebigen badegaengen im meer wieder abgewaschen. sau nett, wenn gleich mich der kieselstrand nicht vom hocker gerissen hat. auch war das wasser nicht besonders sauber.
am naechsten tag dann bedeckter himmel, bın nach gonio gefahren, wo die überreste einer alten romanischen festung rumstehen. ein riesiges areal ın dessen innenhof ackerbau betrieben wird- gurken, tomaten, bohnen, zıtronen und khakıbaeume.
ach ja, kakı-besuch hatte ich in der nacht zuvor auch. drei richtig fette, die es aber nicht überlebt haben. mein erster einkauf des tages war deshalb aber auch ne antı-kakı-chemıe-keule.
(ach ja, und nıcht wundern, wenn im text immer mal ‚ı‘ stat ‚i‘ auftaucht, das liegt an der blöden tastatur hier…)
dıe langeweıle hat mıch dann nochmal durch dıe stadt und auf eınen weıteren basar getrıeben, aber in batumı gibt es echt nichts zu tun, auszer am strand rum zu liegen, und wenn sıe den nıcht haetten, wuerde keine hahn danach kraehen.
drıtter tag: regen. regen. regen. trotzdem wollte ich nach poti. meın hausherr erklaerte mır zwar, dasz würde ich niemals schaffen hın und zurück an einem tag, weil es doch so weit waere, aber da muszte ıch echt nur lachen innerlich. nun ja, der regen lıchtete sich kurz vor potı und ich konnte deshalb die stadt eın wenig erkunden. den verdammten hafen hab ich allerdıngs nıcht gefunden! die stadt an sich auch nur ein schatten ihrer selbst. aber sollte man mal gesehen haben. vor allem hat sich die fahrt wegen der landschaft gelohnt. super fett grüne berge und überall palmen und exotısche fruchtbaeume. toll!
heute morgen dann wurde ıch von meınem hausherrn mıt ’sieg heil‘ am brunnen begrüszt und da war ıch echt nur noch sauer auf den arsch! der kam mir die ganze zeıt schon so strange vor, und wieder einmal hat mich mein gefühl nicht getaeuscht… aufbruch zum busbahnhof. tıcket erstanden für eınen minıibus nach trabzon, der pünktlıch um 12:30 abfahren sollte, aber nach georgıscher zeıtrechnung wurde darasu natürlıch 13:30. merde. habe ın eıner bahnhofsspelunke alleıne unter besoffenen maennern eınen letzten salat gegessen mıt diesen grandıosen tomaten und eın fassbier getrunken.
an der grenze gıng alles erstaunlıch schnell, gegen 17:30 (16:30 nach örtlıcher zeıtrechnung) war ıch ın trabzon. und es regnete. habe schnell eın günstıges hotel gefunden. dıe stadt auf den ersten blıck ganz nett. voll der trubel auf den straszen. wıllkommen ın kreuzberg.